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02.03.13 Mocoa
Wir besuchen einen der schönsten Orte in Kolumbien: Das Ende der Welt „Fin del Mundo“. Atemberaubende Wasserfälle, natürliche Schwimmbecken und alles mitten im Dschungel! Durch die Straßensperre der Kaffeebauern sind wir praktisch völlig allein an diesem schönen Ort. Dieser (freie!) Papagei mag übrigens nur Männer, wieso auch immer...

 

Hier sehen wir die größten Ameisen unseres Lebens – am Eingang wurden wir gewarnt, vor Sonnenuntergang zurück zu sein, denn danach seien sie deutlich angriffslustiger. Es war zu schön und so verspäten wir uns doch – aufgefressen haben sie uns (mit ihrem angeblich äußerst schmerzhaften Biss) dann doch nicht

 

Das Amazonasbecken erreichen wir während dieser Reise leider nicht mehr, doch der Beisatz der Stadt Mocoat hört sich sowieso fast schöner an : „wo die Anden das Amazonasbecken küssen“.

 

Als wir vor einigen Tagen auf unsere Fahrräder stiegen, erwartete uns ein Tag, der sich von jedem bisherigen unterscheiden sollte: Bereits nach wenigen Kilometern versperrten ein Nagelbrett und dutzende mit Knüppeln bewaffnete Männer den Weg. In Kolumbien herrscht Ausnahmezustand. Sämtliche Kaffeebauern vereinten sich, um im gesamten Land jegliche Hauptstraßen zu verbarrikadieren, denn trotz weltweit steigendem Kaffeekonsum erhalten die Produzenten nur einen Hungerlohn für ihre Arbeit. Bereits seit einer Woche ist der Fernverkehr lahmgelegt, schon jetzt gibt es fast im ganzen Land kein Benzin mehr, frische Lebensmittel werden teurer und es häufen sich die Meldungen über gewaltvolle Auseinandersetzungen mit der Polizei…
Im Moment lieben wir nichts mehr, als unsere Fahrräder! Dank ihnen durften wir (ganz im Gegensatz zu jeglichen KFZ) die bisher 9 (!) Sperrungen auf unserem Weg durchfahren und wurden sogar noch freudig angefeuert. Überall behandelte man uns äußerst freundlich, bei der größten Sperrung (über 1.000 Mann) sorgte bereits vor unserem Eintreffen ein Fernsehreporter, der uns kurz vorher interviewt dafür, dass man uns durchlässt. Trotz jeglicher Freundlichkeit hatten wir ein äußerst flaues Gefühl im Magen, an insgesamt vielleicht 3.000 Bewaffneten vorbei zu fahren.

 

22. - 27.02.13 San Agustin
Habt Mitleid mit den Großen! In seinem ganzen Leben hat sich Jan nicht so häufig den Kopf gestoßen, wie in Klein- bzw. Lateinamerika. Seit über einem Jahr ist es normal, dass er nur gebückt unter die Dusche kommt, Angst vor den Deckenventilatoren haben muss und niemals unbedacht durch eine Haustür stürmen darf…

 

Wir besuchen in San Agustin die berühmteste Ausgrabungsstätte Kolumbiens, auch wenn der stolze Preis von 10 Dollar Eintritt unverhältnismäßig zu den sonstigen Preisen im Land ist. Die Statuen sind schön, sehen im gepflegten Park allerdings SO neu aus, dass bei uns keinerlei mystisch-historische Stimmung aufkommt.

 

Ein Traum von Karina geht in Erfüllung! Wir bekommen zwei schöne Pferde, mit denen wir allein durch die Anden reiten dürfen. Auf unserer Route liegen weitere Ausgrabungsorte, dabei die einzige Steinstatue, auf der noch die Originalfarbe zu sehen ist.

 

Pepino Dulce“, was auf Deutsch so viel heißt wie süße Gurke ist Jan gerade in die Hände gefallen. Der Geschmack gleicht stark, wer hätte das gedacht, einer süßen Gurke bzw. einer Honigmelone.

 

22.02.13
Typische Straßenszene in Kolumbien: Ein mit Platanen (Kochbananen) vollgeladenes Auto und Chiva – Überlandbusse.

 

21.02.13 Garzón
Auch wenn wir bereits hundert Mal über Gastfreundschaft berichtet haben, sind wir immer noch begeistert, wenn sie uns wiederfährt: Aristobulo hört nur, wie wir auf einem Platz nach einem günstigen Zimmer fragen und lädt uns völlig unkompliziert zu sich ein. Dort lernen wir den Rest der Familie, bestehend aus Juan Pablo, Juan Camilo, Jairo, Hilda, Laura Daniela, Derly, Diego Andres und David kennen. Kochen durften wir natürlich mal wieder nicht und Derly hat uns sogar einen traditionellen Tanz in kompletten Kostüm vorgeführt.

 

Es sollte nicht das einzige Mal sein, dass plötzlich ein Schmetterling auf Jan landet und nicht mehr von ihm weicht… Irgendetwas an ihm scheint sie anzuziehen, so dass sie es durchaus gemütlich auf ihm finden. Einen durfe Jan für ganze zehn Minuten "Gassi" führen, bevor er widerwillig weiter flog.

 

20.02.13 Vor Garzón
Jan wird beim Warten auf Karina aus einem Auto angesprochen. Soweit nichts Neues, nach kurzem fangen die Insassen Tulio aus Kolumbien und Erika aus der Schweiz jedoch an, auf Deutsch weiter zu reden. Sie laden uns in die Stadt ein, in der sie gerade bei Freunden zu Besuch sind, wo wir bei ihren Freunden Alberto & Gladys zu Besuch sind. Nach einer Einladung zum Essen dürfen wir in der Garage übernachten.   

 

Heute rettet Jan eine Marsraupe vor dem Verkehrstod. Später erfahren wir, dass es hier in Kolumbien angeblich auch eine tödliche Sorte gibt… ups (unsere eigene Recherche ergab da jedoch nichts...)

 

18.02.13 Rivera
An den berühmten Thermalquellen von Rivera lassen wir einen Abend die Seele baumeln und dürfen noch dazu kostenlos auf dem Gelände des Bades übernachten .

 

16. & 17.02.13 Villavieja
Über Schotterpiste und wassergefüllte Tunnel finden wir bei sengender Hitze unseren Weg zur Wüste Tatacoa, die uns mit atemberaubenden Stein- und Sandformationen belohnt. „Mal wieder“ hat Jan ein Essen zugesetzt, wodurch er sich eher durch den heißen Tag kämpft, als viel von der Umgebung zu genießen. Der Zustand beschränkt sich zum Glück nur auf einen Tag und so können wir voll und ganz in diese Wunderwelt eintauchen.

 

14.02.13 Tolima
Seit Belize, besonders jedoch Mexiko, haben wir keine Tamales mehr gegessen. Hier, wo sie die regionale Spezialität sind, probieren wir sie natürlich gleich aus. Die in Bananenblättern gedampfte Maismasse unterscheidet sich nicht von der im Norden, die Füllung enthält jedoch Bohnen, Reis, Ei und gleich drei verschiedene Fleischsorten inkl. Schweinehaut mit Haaren .

 

MONATE muss es her sein, seit wir das letzte Mal einen Fahrradweg gesehen haben! Ehrfurchtsvoll fahren vielleicht gerade mal einen Kilometer darauf, dann ändert er die Richtung und wir müssen uns wieder mit stinkenden Lastwagen die Straße teilen.

 

Hier einmal das ganz normale Bild, wie Jan auf Karina wartet. Schon nach kurzer Zeit bildet sich eine Menschentraube um ihn – ziemlich egal wo wir gerade sind – und fragt ihn die immer gleichen Fragen: Woher, wohin, wie viele Kilometer, wie ist das mit dem Geld, was kostet das Fahrrad…? So lässt sich zwar gut Spanisch lernen, doch manchmal wäre es schön, nicht IMMER automatisch eine Person des öffentlichen Lebens zu sein. Man könnte sich die Sache ja interessanter gestalten und jedes Mal etwas anderes erzählen – zu dumm nur, dass die Leute das dann tatsächlich glauben. Ein anderer Reisender muss wohl auf die ebenfalls beliebte Frage „Habt ihr einen Motor?“ verzweifelt mit „Ja!“ geantwortet haben, denn von diesem fortschrittlichen Radler bekommt Jan heute erzählt

 

12. & 13.02.13 Zwischen Armenia und Ibagué
Nach einer Pause mit dem Luxus eines Hotels starten wir spät, aber ausgeruht zu einer Tagestour, von der so ziemlich jeder hier in der Gegend mit Respekt spricht: Es geht um die Überquerung der Linea, in der so mancher LKW nur mit durchdrehenden Reifen um die steilsten Kurve kommt. In 30 km erhebt sich die Straße von 1400 auf 3250 Höhenmeter und damit auf den höchsten Punkt unserer bisherigen Reise – schon bald werden wir aber noch um einiges höher kommen .

Sintflutartiger Regen und der Wunsch, etwas Neues zu probieren, treiben uns in die Stube eines kleinen Ladens. Völlig verfroren probieren wir “Panela con Queso, einen Rohrzuckertee, zu dem man tatsächlich ein dickes Stück jungen Käse bekommt, welchen man mitten in den Tee rutschen lässt und dann angeschmolzen wieder heraus fischt. Klingt auch für uns komisch, schmeckt jedoch tatsächlich super .
Anschließend werden Karinas Wünsche erhört und ohne unser Zutun lädt uns die Besitzerin ein, doch lieber in einem Schuppen von ihr zu übernachten und morgen bei besserem Wetter weiterzufahren.

 

Neben der Straße entdecken wir unseren ersten Kaffeebusch MIT Blüten. Wer hätte gedacht, dass diese Pflanze einen so betörenden Duft hat?!

 

08.02.13 Armenia
Karina hat ihren
Flug nach Neuseeland gebucht und wird daher definitiv am 01.04. (kein Scherz ..) fliegen. Jan spielt erst noch einige Tage mit dem Gedanken, alleine bis Bolivien weiter zu fahren, bucht dann jedoch ebenfallls seinen Flug. Zeitgründe, vor allem die Gesamtlänge der Reise, die günstigere Jahreszeit, um in Neuseeland zu arbeiten, aber auch mehrere aktuelle Überfälle auf (Fahrrad-) Reisende machen diese Entscheidung aus.

 

Seit dem Hurrikan in Belize hatten wir nicht mehr so starken Regen, wie heute! Selbst auf Straßen mit einem Gefälle von 5% türmt sich das Wasser noch fast 10 cm auf.

 

07.02.13 Nach Pereira
„Ausnahmsweise“ wurden wir heute auf das Grundstück einer
Kaffeefarm gelassen, als wir nach einem Zeltplatz fragen. An die anfängliche Skepsis schließen sich ein Abendessen, eine Führung durch das Gelände, ein Gästezimmer und Frühstück an…

 

In der Nacht leistet uns ein besonderer Gast Gesellschaft… Bisher sahen wir Vogelspinnen nur in der Natur.

 

06.02.13 La Virginia
Danke an die Feuerwehr von La Virginia, die uns in unserer heutigen Not, eine Bleibe zu finden, geholfen hat ! Wir wurden so nett aufgenommen, dass wir am liebsten Feuerwehrmann und – frau geworden wären… wäre da nicht ein anderes Vorhaben vorrangig .